Waffenkünste

Das Jian ist in zahlreichen Wushu-Stilen gebräuchlich. Besonders bekannt ist die Schwerttechnik des Taijiquan. Das Jian gilt unter den vier klassischen Waffen neben Säbel (Dao), Stock und Speer als die „edelste“ Waffe. Es ist die Waffe des Helden in zahlreichen Wuxia-Büchern und Eastern, während der Säbel die klassische Waffe Chinas ist, welche von Polizei und Militär als Standardausrüstung verwendet wurde. Der bisweilen verwendete Begriff Danjian oder Darn Jian (chinesisch 單劍, Pinyin Dānjiàn ‚einfaches Schwert‘) bezeichnet im Chinesischen die Anwendung von einem einzelnen Schwert im Gegensatz zum paarweisen Gebrauch von Schwertern.


 

Die ersten Typen des Jiàn sollen aus der Zeit des mythischen Kaisers Huangdi (2967–2597 v. Chr.) stammen und meist aus Kupfer hergestellt worden sein. Historische Jian haben eine Länge zwischen 45 und 80 cm, moderne Jian variieren typischerweise zwischen 70 und 90 cm. Seltener gab es auch zweihändige Jian (shuangshou jian) mit bis zu 1,60 m Länge, die heute jedoch weniger Verwendung finden. Während der nicht geschliffene Teil der Klinge in der Nähe des Hefts (Fehlschärfe), der zum Parieren benutzt werden könnte, beim Schwert westlichen Typs nur wenige Zentimeter lang ist, macht er beim Jian normalerweise bis zu zwei Dritteln der Klingenlänge aus. Der Rest der Klinge hingegen ist möglichst scharf geschliffen. Da keine der wichtigen chinesischen Schwerttechniken den direkten Block Klinge auf Klinge kennt, welcher die Waffen in einem einzigen Kampf schwer beschädigen würde und technisch völlig gegen die Prinzipien der chinesischen Schwertkunst wäre, ist der Grund für die häufig auf den vorderen Teil beschränkten Schliffe woanders zu suchen. Die Details der Schwertformen machen deutlich, dass die Verletzungsgefahr bei über die ganze Länge der geschliffenen Klinge sehr hoch ist und die am Gegner wirksamen Teile der Klinge ja auch nur im vorderen Stück, nach Erreichen von Meisterschaft nur noch an der Spitze, liegen.

Bei Jian der Ming-Dynastie sind manchmal auch ein oder zwei Hohlkehlen anzutreffen, die der Gewichtsersparnis dienten. In der Qing-Dynastie hat sich die glatte Diamantform durchgesetzt, dabei bildet die Klinge ein vom Griff zur Spitze dünner und etwas schlanker werdendes Prisma, mit einer Stärke von ca. 6 mm am Griffende bis knapp unter 2 mm etwa 25 mm vor der Spitze. Die Flexibilität der Klinge kann sehr stark variieren. Antike Schwerter und die tatsächlich im Kampf verwendeten Schwerter dürften in der Regel steif gewesen sein, Übungsschwerter hingegen können sehr dünn und biegsam sein, da damit das Gewicht reduziert wird. Verzierungen und Inschriften auf Klinge, Griff und Scheide haben verschiedenste Bedeutungen und Ursprünge. Es gibt religiöse wie philosophische und spirituelle Hintergründe oder einfach Schmuckzwecke und persönliche Widmungen. Die Parierstange hat beim Jian im Vergleich zu westlichen Schwertern keine wesentliche Bedeutung und wird meistens eher als Schmuckstücke ausgeführt. Allerdings erlauben manche Grifftechniken ein besseres Manipulieren der Klingenspitze über die Parierstange. Das Heft besteht in der Regel aus Holz und ist bisweilen mit Leder umwickelt. Je nach Schwertkunststil ist am Knauf des Jian manchmal eine Quaste befestigt. Ursprünglich hat sich der Quast vermutlich aus einer Schnur entwickelt, mit der das Schwert am Handgelenk befestigt war, um es im Kampf zurückholen zu können. Der Quast kann einerseits zur Verwirrung, im manchen Stilen auch für offensive Techniken eingesetzt werden. Heutzutage kann der Quast einerseits zur Feintarierung des Schwerpunktes dienen, andererseits kann er beim Üben ein hilfreiches Messinstrument für die Korrektheit und Flüssigkeit der Bewegungen sein.

 

Klinge

Die Klingen des Jian wurden mit verschiedenen Schmiedetechniken hergestellt:

  • In eine Tasche aus weicherem Stahl wurde ein Kern aus sehr hartem Stahl eingelegt und miteinander im Feuer verschweißt, ähnlich der Schmiedeart japanischer Klingen.
  • Eine dünne Klinge aus sehr hartem Klingenstahl wurde geschmiedet und auf diese eine Lage aus weicherem Stahl auf jede Klingenseite aufgebracht. Aus dieser Lage weicheren Stahls wurde dann auch die endgültige Klingenform mit der Mittelrippe und der Klingenflächen gebildet (Lagenstahl).
  • Jeweils ein harter Stahl und ein weicherer Stahl wurden erhitzt, verdreht und miteinander im Feuer verschweißt (Damaszenerstahl).

Alle drei Klingenarten wurden differenzial gehärtet. Damit wurde erreicht, dass die Schneide sehr hart, schnitthaltig und scharf wurde, das Schwert im gesamten jedoch verhältnismäßig flexibel blieb. Hierdurch konnte ein leichtes Brechen der Klinge verhindert werden[2].

Anwendung

Das Jian wurde als Waffe in den chinesischen Armeen benutzt, als Prunk- und Seitenwaffe von Offizieren (Wu Jian), sowie als Selbstverteidigungswaffe wohlhabender Zivilpersonen (Wen Jian). Das chinesische Jian wird vor allem schneidend und stechend eingesetzt. Angriffspunkte sind empfindliche Stellen des Körpers, wie z.B. die Sehnen der Handgelenke, der Knie und der Fußgelenke, oder der Hals. Daher spielt bei chinesischen Schwerttechniken auch eher die Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Genauigkeit eine Rolle als Körperkraft. Eine effektive Anwendung des Jian erfordert jahrelanges Training. Daher verwendeten die gewöhnlichen Soldaten auf dem Schlachtfeld auch eher den einfacher anzuwendenden Dao. Das Jian diente eher als Prestigewaffe oder als Waffe für gut trainierte Kämpfer. (Quelle Wikipedia)

Die Hellebarde oder auch Helmbarte ist eine Mischform von Hieb- und Stichwaffe, die die Mannstoppwirkung eines Spießes mit der panzerbrechenden Wirkung der Axt kombinierte. Sie gehört zu den Stangenwaffen des Fußvolks und wurde vorwiegend vom 14. bis 16. Jahrhundert verwendet.

 

 

Wortherkunft

Der Vorläufer dieser Waffe hieß im Deutschen Rossschinder. Aus diesem entstanden zwei neue Waffen: die Glefe und die Helmbarte.

Der ursprüngliche Name Helmbarte ist eine Zusammensetzung von mittelhochdeutsch helm (auch: halm) für „Stiel“ und barte für „Beil“,[1] bedeutet also eigentlich „Beil mit (langem) Stiel“. Neben Helmbarte entstanden die Varianten Halmbarte und Halbarte sowie im 16. Jahrhundert Hellebarde.[2] Unter Militärhistorikern sind die Bezeichnungen Helmbarte, Halmbarte und Halbarte für Stangenwaffen gebräuchlich, die von etwa 1470 bis 1530 vor allem von Schweizern und deutschen Landsknechten als Kriegswaffen verwendet wurden. Der Begriff Hellebarde bezieht sich dann auf die weniger massiv konstruierten, oft reich verzierten Ordonnanzwaffen u. a. der Palastgarden.

Die deutsche Bezeichnung ging als Lehnwort in andere Sprachen ein: in das Französische als hallebarde, ins Englische als halberd, in das Italienische als allabarda oder in das Polnische als halabarda.

Geschichte

Hellebarden wurden erstmals von der chinesischen Dynastie der Shang verwendet, ebenso wie im Mittelalter für kriegerische Zwecke. Die heutigen Formen der Hellebarden entstanden im 13. Jahrhundert in Süddeutschland auf dem Gebiet der heutigen Schweiz aus einer Verbindung des militärisch eingesetzten Speers und einem sichelähnlichen Werkzeug für die Arbeit auf dem Acker; Haumesser ist eine passende Bezeichnung. Dieses Werkzeug sieht heute noch so aus wie vor 800 Jahren. Montierte man dieses Werkzeug auf einen Schaft, hatte man eine Waffe, die im Frühmittelalter als Stangenbeil oder auch Breschenmesser bekannt war. Natürlich war diese Waffe nicht einfach nur ein Gartenmesser an einem langen Stecken, als um ca. 1300 eine Verbindung mit dem Speer aufkam. Bisher kann jedoch der Ursprung nicht zweifelsfrei geklärt werden. Einige Spuren lenken die Aufmerksamkeit auf das Elsass, wo laut dem Chronisten Riderius die Straßburger um 1260 solche Waffen hergestellt hätten.

 
 
Schweizergardist mit Hellebarde

Die Hellebarde erreichte um 1470 den Höhepunkt ihrer Effektivität. Besonders effektiv wurde sie im Masseneinsatz des Fußvolks durch Schweizer und Hussiten eingesetzt. Im 16. Jahrhundert war sie in der Bewaffnung deutscher Städte weit verbreitet („Nachtwächterspieß“). In dieser Zeit entwickelte sich die Schlagpartie zurück, während gleichzeitig die Spitze verlängert wurde. Dieser technische Innovationsprozess machte jetzt eine eigene Fechttechnik für Hellebarden möglich. Vom frühen 14. Jahrhundert brachen Schrift- und Bildquellen nicht mehr ab, wodurch ein kontinuierlicher Entwicklungsablauf nachgezeichnet werden kann. In den Zeughausbeständen finden sich Original-Hellebarden in größerer Stückzahl wieder.

Im 16. Jahrhundert wurde die Rüstung wegen des zunehmenden Einsatzes von Schusswaffen zurückgedrängt. Der Einsatz der Hellebarde als Stichwaffe mit verlängerter, vorderer Klinge überwog, bis sie schließlich durch die Pike verdrängt wurde.

Nach 1525 wurde sie sehr schnell zu einer mehr dekorativen als effektiven Ordonnanzwaffe herabgesetzt. Die Hellebarden der Zeit von Elizabeth I. waren kunstvoll gearbeitet, aber zum Kampf zu unhandlich. Tatsächlich trugen sie nur noch zur repräsentativen Erscheinung der Gardisten bei.

Noch heute verwendet die kleinste und älteste Armee der Welt, die Schweizergarde, die den Vatikan bewacht, Hellebarden als Zeremonialwaffen.

 
Hellebarden (das dritte und vierte von rechts im Bild sind sog. Spontons)

Aufbau

Die Hellebarde hat eine breite („Beil“, „Barte“) und eine kurze Klinge („Haken“) und am Ende eine spitz gearbeitete Klinge. Der meist 1½ bis 2 Meter lange hölzerne Schaft (Halm, Helm) besaß oft einen mehreckigen Querschnitt oder Lederwicklungen, um beim Hieb das Wegdrehen der Waffe in der Hand zu vermeiden. Der Übergangsbereich zwischen Klinge und Schaft wurde seitlich mit Schaftfedern aus Metall verstärkt.

Einsatz

Eine Hellebarde eignete sich im Kampf gleichermaßen zum Schlagen, Stechen und Reißen. Vorteilhaft dabei war, dass sich bei einem verfehlten oder abgewehrten Stich der Haken und das Beil hinter der gegnerischen Parade befanden und so von hinten in den Hals, den Rücken oder in die Beine gestochen werden konnte. Sollte dies nicht gelingen, konnte der Gegner durch die Reißbewegung eventuell aus dem Gleichgewicht gebracht und die Spitze für einen erneuten Angriff wieder vor dem Gegner positioniert werden.

Der Haken wurde außerdem genutzt, um Reiter vom Pferd zu ziehen. Beil oder Haken konnten dann zum Durchschlagen der Rüstung dienen. Besonders geeignet waren die meist scharfkantigen Rückseiten von Beilklinge und Haken, um die verletzlichen und kaum durch Rüstungsteile zu schützenden Beinsehnen der Pferde zu attackieren. Die Spitze konnte ähnlich wie der Spieß in geschlossenen Formationen oder im Einzelkampf eingesetzt werden.

Der Schlagdorn der Hellebarde (hinter dem Beil) konnte genutzt werden, um Gegnern den Helm und/oder den Schädel einzuschlagen und wirkte bei richtigem Einsatz panzerbrechend. Quelle Wikipedia

Auch den chinesischen Eisenfächer kann man als Waffe verwenden!

Gewusst wie (:

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